Meteorologie
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Erstes Gebirgsmeteorologisches Praktikum am Schneefernerhaus

15.08.2026

panorama

Vom 10.-14. August 2026 fand an der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus (UFS, www.schneefernerhaus.de) das erste Gebirgsmeteorologische Praktikum für Masterstudierende der Meteorologie statt. Neun Studierende haben sich eine Woche lang mit spezifischen gebirgsmeteorologischen Phänomenen wie thermische Zirkulationsmuster, Strahlungsbilanz und Fernerkundung von Wolken, Wasserdampf und Aerosolen beschäftigt.

Die Studierenden hatten die Gelegenheit verschiedene moderne Fernerkundungssensoren wie Mikrowellenradiometer, Wolkenradar, Laser-Ceilometer und Netto-Strahlungsbilanzstation kennenzulernen. Diese Messgeräte werden von der LMU (https://www.meteo.physik.uni-muenchen.de/forschung/atmo_fern/index.html) in Zusammenarbeit mit dem DLR (https://www.dlr.de/de/pa), der Universität zu Köln (https://geomet.uni-koeln.de) und dem Deutschen Wetterdienst seit mehr als einem Jahrzehnt auf der UFS betrieben, um die Eigenschaften und langfristigen Veränderungen von Wolken, Niederschlag, Aerosolen und Wasserdampf zu untersuchen (siehe Übersicht in Kneifel et al., 2022; https://doi.org/10.1127/metz/2021/1099).

Dufs_sideie Studierenden verglichen die in der Regel rein vertikalen Beobachtungen mit Satellitendaten des neuen Satelliten Meteosat Third Generation. Hierbei analysierten die Studierenden typische Stärken (z.B. räumliche Abdeckung) aber auch Schwächen (z.B. begrenzte Auflösung) der Satellitendaten in Bezug auf Wolkenbeobachtungen im Gebirge. In weiteren Gruppen verglichen die Studierenden diese Fernerkundungsbeobachtungen mit selbst durchgeführten „klassischen“ Augenbeobachtungen der Wetter- und Wolkenentwicklung. Typische Tagesgänge der Zirkulation im Gebirge (z.B. Hang- und Talwinde) identifizierten die Studierenden mit Hilfe umliegender Wetterstationen und dem am MIM verfügbaren NinJo WebTool des DWD (https://www.dwd.de/DE/forschung/wettervorhersage/met_fachverfahren/met_arbeitsplatz/ninjo/ninjo_node.html). Ebenso wurde das NinJo System genutzt, um eine Vorhersage der täglichen Wetterentwicklung anhand der ICON-D2 Modellvorhersagen für die UFS zu erstellen.

Da gerade im Sommer die Strahlungsbilanz an der Oberfläche zentral für die typischen thermischen Zirkulationsmuster im Gebirge ist, führten die Studierenden auch eigene Messungen mit einer Netto-Strahlungsbilanzstation durch. Um die Einflüsse von Gasen, Aerosolen, Wolken und den geneigten Flächen auf die Strahlungskomponenten besser zu verstehen, simulierten die Studierenden die kurz- und langwellige Strahlungsflüsse mit dem am MIM entwickelten Strahlungstransportmodell libRadtran (www.libradtran.org).

Die Studierenden konnten sich bei einer Führung durch die UFS auch über die verschiedenen Forschungsaktivitäten an der UFS informieren. Am letzten Tag erhielten wir außerdem noch eine exklusive Führung auf die Wetterwarte des DWD am Zugspitzgipfel. Alle Beteiligten bedanken sich ganz herzlich beim Team der UFS für die wie immer tolle Betreuung und beim DWD für die tolle Führung durch die Wetterwarte am Gipfel! Ganz besonderer Dank auch an Isabel Petit (DWD) für die Mithilfe und eindrucksvollen Einblicke in die praktischen Aspekte operationeller Wettervorhersage im Gebirge.

Es ist geplant in Zukunft das Gebirgsmeteorologische Praktikum im Masterstudiengang Meteorologie im 2-Jahresrythmus anzubieten.

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